Toni Friesenhagen
Toni Friesenhagen bekleidete unter Amtmann Heistermann den Posten eines Captores (Häscher). Er war dafür verantwortlich die Verdächtigen zu verhaften und zu den anstehenden „Verhören“ zur Wildenburg zu bringen.
Oftmals viel es Toni Friesenhagen zu schwer selber Hand an die zu verhaftenden Verdächtigen zu legen, da es nicht selten Freunde und sogar Verwandte waren, die dem Hexenrichter vorgeführt werden mussten.
Toni sendete dann seine Kollegen Peter Stock und Johann Klein aus, um die Verdächtigen zu verhaften.
Toni hatte das Amt des Häschers nur angenommen, weil er fest im Glaube war, auf diese Weise einige, der für die Plagen der letzten Monate verantwortlichen „Hexen“, dingfest machen zu können und so seinem Dorf einen guten Dienst erweisen zu können. Das Heistermann jedoch ganz andere Absichten verfolgte und aus purer Gier jeden verurteilte, der in irgend einer Form benannt oder beschuldigt wurde, war ihm nicht bewusst.
Er musste sogar seinen eigenen Onkel – Arnold Kremer – verhaften!
Immer wieder geriet er in peinliche Situationen und Verlegenheiten, wenn seine Freunde bettelnd und flehend vor ihm standen, um nur noch ein letztes mal zur geliebten Frau oder dem Ehemann vorgelassen zu werden.
Toni kam hier und da den Bitten seiner Freunde nach und er verstieß damit gegen Heistermanns Auflagen. Durch eine dieser Nachgiebigkeiten konnte eine Verdächtige, Trin Weber aus Truttenseifen, fliehen – dies hätte ihn beinahe den eigenen Kopf gekostet. Heistermann gab jedoch den Wächtern die Schuld für die Flucht, da man Trin kurze Zeit nach der Flucht wieder einfing, hatte dies für Toni keine weiteren Folgen.
Auch das der Wunsch von Agnes Schmitt, noch einmal ihre Kinder zu sehen, erfüllt wurde war indirekt der Mithilfe Tonis zu verdanken.
- Lit. Joseph Rinscheid (1950)
