Chronik der Hexenprozesse
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Das Christentum
wird zur offiziellen Staatsreligion des römischen Reiches unter Kaiser
Theodosius. Heidnische Kulte und abweichende Glaubenslehren wurden blutig
verfolgt.
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| 785
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Es gilt die
„Heilige Synode von Paderborn" . Diese besagt, dass derjenige, der
vom Teufel verleitet nach heidnischem Glauben behauptet, dass es Hexen
gibt, mit dem Tode bestraft wird.
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| bis 11. Jh.
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Die Todesstrafe
ist für 'Zaubereisünden' noch nicht vorgesehen. Zauberei und Ketzerei
werden meist mit Kirchenbußen belegt. Karl der Große verbietet den
Sachsen die Hexenverbrennung.
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| 1000 -1200
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Aufkommen und
große Verbreitung von häretischen Sekten in europäischen Ländern; jene
stellen den Alleinvertretungsanspruch der Kirche in Frage. Dieses zwingt
die Kirche, ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben zu ändern und seine
Existenz einzugestehen.
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| um 1150
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Verbrennung wird
die übliche Strafe für Ketzer.
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| 1184
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‘Geburtsjahr’
der Inquisition.
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| 13. Jh
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Gleichsetzung
von Ketzerei mit der Hexerei.
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| 1227
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Papst Gregor IX
richtet Inquisitionsgerichte ein, die Franziskaner und vor allem die
Dominikaner werden durch ihn beauftragt, die Inquisition durchzuführen.
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| 1252
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Papst Innozenz
IV lässt die Folter zur Wahrheitsfindung zu.
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| 1264
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Die erste
Hexenverurteilung findet statt.
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| 1346
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Ausbreitung der
Pest in Europa.
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| um 1350
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Vermischung der
meisten Elemente des Zauberwahns mit der Ketzervorstellung; der
Hexenbegriff des 15. Jhs bildet sich.
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| bis 1450
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Im Zusammenhang
mit weiteren wissenschaftlichen Begründungen für den Dämonenglauben
wird ein besonderer Verbrechensbegriff, die ‘Hexerei’ , entwickelt.
Die Hexenverfolgungen beginnen.
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| 1456
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Durch die
Erfindung des Buchdrucks und der damit zusammenhängenden Verbreitung von
Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärfen sich die Verfolgungen.
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| 1459
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'Fortalicium
fidei' erscheint, ein Grundlagenwerk von Alphonso de Spina gegen Ketzer,
Juden und andere Nichtchristen, religiöser Fanatismus der Inquisitoren;
Übergang von Ketzer- zum Hexenprozess unter Hinzufügung des
Denunziationsprinzips.
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| 1478
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Inquisitionsgerichte
werden in Spanien eingeführt.
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| 1480
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Beginn der
systematischen Verfolgung von Hexen.
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| 1484
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'Summis
desiderantes' : Ketzer/ Hexenbulle des Papst Innozenz VIII . Diese
entsteht auf Wunsch von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Durch
diese Bulle konnte nun mit päpstlicher Autorität jeder Widerstand und
Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Prozesse und Hinrichtungen im Keim
erstickt werden.
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| 1487
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'Malleus
Maleficarum' (maleficarum,
grammatikalisch weibliche Form Unholdin) Hexenhammer von Heinrich
Institoris und Jakob Sprenger erscheint. Dieses Werk betrachtet die Frau
als Hauptfeindin der Kirche, schreibt hauptsächlich dem weibl. Geschlecht
das Zauberdelikt zu und befürwortet den Gebrauch der Folter. Durch seine
genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zum Strafkodex der
Gerichtspraxis in Mitteleuropa bis ins 17. Jh. bei Richtern aller
Konfessionen.
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| 16. und 17 Jh.
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Verfolgung
besonders von Frauen, aber auch Männern und Kindern. Die Motive und
hinter den Vorwürfen des Hexenunwesens lassen sich immer weniger rational
erfassen, sie können nur noch als frauenfeindlich und menschenverachtend
gelten. Hexenprozesse (das Todesurteil steht im voraus fest) sind die
Folge.
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| 1515 - 1588 |
Johannes Weyer,
Arzt und Literat, veröffentlicht 1563 sein bekanntes Werk "De
praegistigus daemonum et incantationibus ac veneficus" (die Wunder
der Dämonen, Beschwörungen und Vergiftung). Er tritt als Gegner der
Hexenprozesse auf, verlangt die sofortige Freisprechung der Angeklagten
und besteht darauf, dass sie zumindest nicht gefoltert und getötet
werden, da es sich seiner Meinung nach hier um alte, melancholische Frauen
handele, die mutlos, schüchtern und geistig so verwirrt seien, dass sie
glaubten, Dinge vollbringen zu können, die in Wirklichkeit unmöglich
seinen. Durch Folter erpresste Geständnisse seien schreckliche Fehler.
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| 1532
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"Die
peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karl V", kurz Carolina, schafft die
gesetzliche Grundlage für die massenhafte Durchführung von
Hexenprozessen in Deutschland zwischen 1580 und 1680.
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| 1538 - 1599 |
Reginald Scott,
"Deconverte de la Sorcellerie". Auch dieser Arzt vertritt eine
ähnliche Meinung wie Johannes Weyer. Für ihn sind diese Frauen
bedauernswerte an Melancholie leidende Kranke, die sich etwas einbilden
und vor Gericht gestehen, Hexen zu sein. Nach und nach bahnen sich diese
Gedanken einzelner Ärzte, die den Mut hatten, gegen den Strom zu
schwimmen, ihren Weg und bleiben nicht ohne Einfluss.
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| 1540/42
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Paul III richtet
das Heilige Offizium in Rom ein und die Inquisition wird in fast allen
christlichen Staaten eingeführt.
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| 1585
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Der Erzbischof
von Trier lässt so viele Frauen als ‘Hexen’ verbrennen, dass in zwei
Dörfern jeweils nur noch zwei Frauen übrig bleiben.
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| 1596
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Der Bischof von
Gent lässt in weniger als sechs Wochen mehr als 600 Personen den Feuertod
sterben.
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| Ende 16 Jh.
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Ausbreitung der
Kultur und Zivilisation der Renaissance von Italien über ganz Europa, die
kritische Vernunft erlangt wieder Bedeutung; Niedergang der Inquisitionsgerichte.
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| 1610
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Letzte
Hinrichtung in Holland
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| 1627
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Der Fall Elsa
Buddenboems
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| 1630
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Der Bischof von
Würzburg lässt 1200 Männer und Frauen verbrennen. Der Erzbischof von
Bamberg lässt 600 Frauen und etliche Männer verbrennen.
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| 1631
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Friedrich von
Spee, Jesuitenpater, begleitet während der Prozesse die Hexen
seelsorgerisch und wird zu einem überzeugten Gegner der Verfolgung;
Herausgabe seiner Erkenntnisse in dem Buch "Cautio Criminalis",
allerdings aus Sicherheitsgründen nicht unter eigenem Namen.
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| 1650
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Feuertod der
Agnes Schmidt und 29 weiteren Männern und Frauen aus Friesenhagen und
Umgebung.
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| 1676
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Der Erzbischof
von Salzburg lässt 97 Frauen wegen Anstiftung einer Viehseuche
verbrennen.
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| 1684
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Letzte
Hinrichtung in England
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| 1745
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Letzte
Hinrichtung in Frankreich
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| 1775
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Letzte
Hinrichtung in Deutschland, im Stift Kempten wird wegen erwiesener
Teufelsbuhlschaft eine Hexe hingerichtet, die Letzte auf deutschem Boden.
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| 1782
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Letzte
Hinrichtung in der Schweiz
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| 1790-92
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Llorente, Sekretär
der Inquisition von Madrid, schreibt die "Geschichte der
Inquisition" und gibt die Zahl der Todesopfer mit 30.000 an.
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| 1792
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Letzte
Hinrichtung in Polen
Quellen: Abendgymnasium der Stadt Münster / 123recht.net / Joseph Rinscheid |

