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Chronik der Hexenprozesse

 

 

391



Das Christentum wird zur offiziellen Staatsreligion des römischen Reiches unter Kaiser Theodosius. Heidnische Kulte und abweichende Glaubenslehren wurden blutig verfolgt.

 

785


Es gilt die „Heilige Synode von Paderborn" . Diese besagt, dass derjenige, der vom Teufel verleitet nach heidnischem Glauben behauptet, dass es Hexen gibt, mit dem Tode bestraft wird.

 

bis 11. Jh.

 

Die Todesstrafe ist für 'Zaubereisünden' noch nicht vorgesehen. Zauberei und Ketzerei werden meist mit Kirchenbußen belegt. Karl der Große verbietet den Sachsen die Hexenverbrennung.

 

1000
-1200



Aufkommen und große Verbreitung von häretischen Sekten in europäischen Ländern; jene stellen den Alleinvertretungsanspruch der Kirche in Frage. Dieses zwingt die Kirche, ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben zu ändern und seine Existenz einzugestehen.

 

um 1150

 

Verbrennung wird die übliche Strafe für Ketzer.

 

1184

 

‘Geburtsjahr’ der Inquisition.

 

13. Jh

 

Gleichsetzung von Ketzerei mit der Hexerei.

 

1227


Papst Gregor IX richtet Inquisitionsgerichte ein, die Franziskaner und vor allem die Dominikaner werden durch ihn beauftragt, die Inquisition durchzuführen.

 

1252

 

Papst Innozenz IV lässt die Folter zur Wahrheitsfindung zu.

 

1264

 

Die erste Hexenverurteilung findet statt.

 

1346

 

Ausbreitung der Pest in Europa.

 

um 1350

 

Vermischung der meisten Elemente des Zauberwahns mit der Ketzervorstellung; der Hexenbegriff des 15. Jhs bildet sich.

 

bis 1450



Im Zusammenhang mit weiteren wissenschaftlichen Begründungen für den Dämonenglauben wird ein besonderer Verbrechensbegriff, die ‘Hexerei’ , entwickelt. Die Hexenverfolgungen beginnen.

 

 

1456



Durch die Erfindung des Buchdrucks und der damit zusammenhängenden Verbreitung von Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärfen sich die Verfolgungen.

 

 

1459




'Fortalicium fidei' erscheint, ein Grundlagenwerk von Alphonso de Spina gegen Ketzer, Juden und andere Nichtchristen, religiöser Fanatismus der Inquisitoren; Übergang von Ketzer- zum Hexenprozess unter Hinzufügung des Denunziationsprinzips.

 

 

1478

 

Inquisitionsgerichte werden in Spanien eingeführt.

 

1480

 

Beginn der systematischen Verfolgung von Hexen.

 

1484




'Summis desiderantes' : Ketzer/ Hexenbulle des Papst Innozenz VIII . Diese entsteht auf Wunsch von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Durch diese Bulle konnte nun mit päpstlicher Autorität jeder Widerstand und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Prozesse und Hinrichtungen im Keim erstickt werden.

 

 

1487







'Malleus Maleficarum' (maleficarum, grammatikalisch weibliche Form Unholdin) Hexenhammer von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger erscheint. Dieses Werk betrachtet die Frau als Hauptfeindin der Kirche, schreibt hauptsächlich dem weibl. Geschlecht das Zauberdelikt zu und befürwortet den Gebrauch der Folter. Durch seine genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zum Strafkodex der Gerichtspraxis in Mitteleuropa bis ins 17. Jh. bei Richtern aller Konfessionen.

 

 

16. und 17 Jh.



Verfolgung besonders von Frauen, aber auch Männern und Kindern. Die Motive und hinter den Vorwürfen des Hexenunwesens lassen sich immer weniger rational erfassen, sie können nur noch als frauenfeindlich und menschenverachtend gelten. Hexenprozesse (das Todesurteil steht im voraus fest) sind die Folge.

 

 

1515
- 1588






Johannes Weyer, Arzt und Literat, veröffentlicht 1563 sein bekanntes Werk "De praegistigus daemonum et incantationibus ac veneficus" (die Wunder der Dämonen, Beschwörungen und Vergiftung). Er tritt als Gegner der Hexenprozesse auf, verlangt die sofortige Freisprechung der Angeklagten und besteht darauf, dass sie zumindest nicht gefoltert und getötet werden, da es sich seiner Meinung nach hier um alte, melancholische Frauen handele, die mutlos, schüchtern und geistig so verwirrt seien, dass sie glaubten, Dinge vollbringen zu können, die in Wirklichkeit unmöglich seinen. Durch Folter erpresste Geständnisse seien schreckliche Fehler.

 

 

1532



"Die peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karl V", kurz Carolina, schafft die gesetzliche Grundlage für die massenhafte Durchführung von Hexenprozessen in Deutschland zwischen 1580 und 1680.

 

 

1538
- 1599



Reginald Scott, "Deconverte de la Sorcellerie". Auch dieser Arzt vertritt eine ähnliche Meinung wie Johannes Weyer. Für ihn sind diese Frauen bedauernswerte an Melancholie leidende Kranke, die sich etwas einbilden und vor Gericht gestehen, Hexen zu sein. Nach und nach bahnen sich diese Gedanken einzelner Ärzte, die den Mut hatten, gegen den Strom zu schwimmen, ihren Weg und bleiben nicht ohne Einfluss.

 

1540/42


Paul III richtet das Heilige Offizium in Rom ein und die Inquisition wird in fast allen christlichen Staaten eingeführt.

 

1585


Der Erzbischof von Trier lässt so viele Frauen als ‘Hexen’ verbrennen, dass in zwei Dörfern jeweils nur noch zwei Frauen übrig bleiben.

 

1596


Der Bischof von Gent lässt in weniger als sechs Wochen mehr als 600 Personen den Feuertod sterben.

 

Ende
16 Jh.


Ausbreitung der Kultur und Zivilisation der Renaissance von Italien über ganz Europa, die kritische Vernunft erlangt wieder Bedeutung; Niedergang der Inquisitionsgerichte.

 

1610

 

Letzte Hinrichtung in Holland

 

1627

 

Der Fall Elsa Buddenboems

 

1630


Der Bischof von Würzburg lässt 1200 Männer und Frauen verbrennen. Der Erzbischof von Bamberg lässt 600 Frauen und etliche Männer verbrennen.

 

1631




Friedrich von Spee, Jesuitenpater, begleitet während der Prozesse die Hexen seelsorgerisch und wird zu einem überzeugten Gegner der Verfolgung; Herausgabe seiner Erkenntnisse in dem Buch "Cautio Criminalis", allerdings aus Sicherheitsgründen nicht unter eigenem Namen.

 

 

1650


Feuertod der Agnes Schmidt und 29 weiteren Männern und Frauen aus Friesenhagen und Umgebung.

 

1676


Der Erzbischof von Salzburg lässt 97 Frauen wegen Anstiftung einer Viehseuche verbrennen.

 

1684

 

Letzte Hinrichtung in England

 

1745

 

Letzte Hinrichtung in Frankreich

 

1775


Letzte Hinrichtung in Deutschland, im Stift Kempten wird wegen erwiesener Teufelsbuhlschaft eine Hexe hingerichtet, die Letzte auf deutschem Boden.

 

1782

 

Letzte Hinrichtung in der Schweiz

 

1790-92


Llorente, Sekretär der Inquisition von Madrid, schreibt die "Geschichte der Inquisition" und gibt die Zahl der Todesopfer mit 30.000 an.

 

1792

 

 

 

Letzte Hinrichtung in Polen

 

 

Quellen: Abendgymnasium der Stadt Münster / 123recht.net / Joseph Rinscheid 

 

 

 

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